Karin Johne
Adventsmeditationen
2. Woche
Dienstag

Ich darf das „göttliche Kind" in mir entdecken, und ihm Lebensraum schenken.



Gebet
Bibel
Abschluß
  Hinführung
Gebet
Leben
Bibel
Abschluß

Maria nährt das Kind aus ihren eigenen Lebenskräften.

Hinführung
 In Maria ist der göttliche Keim, der göttliche Same hineingelegt worden. Während der langen Zeit ihrer Schwangerschaft wird aus diesem Samen ein Menschenkind heranwachsen, das schließlich fähig ist, sein eigenes Leben in dieser Welt zu leben.
Mag mancher von uns Schwierigkeiten haben mit dem Dogma der Jungfrauengeburt haben: Mit diesem Lehrsatz soll etwas ausgesagt werden, was man eigentlich nicht in Lehrsätze binden kann, weil sich diese Geheimnisse allein der Bildersprache erschließen:

Was hier geschieht, ist wahres und wirkliches Eintreten Gottes in diese unsere Welt - und dazu kann kein Mensch etwas beitragen - jedenfalls nichts anderes, als sich empfangsbereit zu machen. Das Kommen Gottes in diese Welt ist immer seine freie Verfügung. Im Johannesevangelium heißt es:

„...wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden... welche nicht von dem Geblüt noch von dem Willen des Fleisches, noch von dem Willen eines Mannes, sondern von Gott geboren werden."
Ich meine, das ist entscheidend wichtig für uns: Wenn der göttliche Same auch in uns hineinfallen darf - und davon sprechen ja die Gleichnisse Jesu vom Ackerfeld eine unüberhörbare Sprache - dann geschieht das jedesmal als Gottes freies Geschenk, ohne jedes Vor-Verdienst von uns. Wenn wir die Jungfrauengeburt so verstehen, haben wir Entscheidendes begriffen.

Aber dann nährt sich dieser „Same" aus den Kräften und Möglichkeiten unseres ureigenen Lebens. Das ist der Beitrag der „Mutter" - nicht nur für das Wachsen des menschlichen Kindes in ihr, sondern auch für das Wachsen des „göttlichen Kindes". Das ist unsere „mütterliche Aufgabe", ganz gleich, ob wie Mann oder Frau sind, zum Wachsen und Heranreifen der göttlichen Keime in uns beizutragen. Dazu braucht es alle Kräfte, die wir dem, was da wachsen möchte, zur Verfügung stellen können. „Das Kind nimmt sich an Nahrung, was es braucht", wurde uns als jungen Müttern beigebracht. Aber auch das andere: „Ihr solltet während der Schwangerschaft auf alles verzichten, was dem Kind schaden könnte."

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Wiederholungsgebet
- „Hole dir"... (einatmen - und vielleicht dabei etwas davon spüren, wie sich das innere „Kind" aus mir und meiner Umwelt „holt", was es zum Leben braucht)...

- „was du zum Leben brauchst"...(ausatmen - und diese „Nahrung" dabei in das „innere Kind" in mir hineinströmen lassen)...

Variante
„Nimm von mir" - „was Dein Wachsen hindert"...

Ich ahne - ganz leise und ferne - vielleicht etwas von einem unergründlichen Geheimnis: daß dieses Kind auch in meinem Leben manchmal Schmerz, Leid und Sünde wie ein Magnet an sich zieht - so wie Jesus zu seinen Lebzeiten die Dunkelheiten aus ihren verborgenen Schlupfwinkeln geradezu hervorgelockt hat... „Braucht" er auch sie?" frage ich mich - und dann sehe ich den Gekreuzigten vor mir, der sein Heilswerk gerade am Kreuz, mitten in den tiefsten Dunkelheiten der Welt vollbracht hat: „Braucht" er das Hervorkommen der Nachtseiten menschlichen Lebens - weil er gerade dazu gekommen ist, „die Werke des Teufels zu zerstören"...?? - weil er gerade dort hinein den Samen seines neuen Lebens, seiner Auferstehung einsenken möchte?... Ich lasse die Frage als Geheimnis stehen...

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Lebensmeditation
Wahre Liebe hat den Wunsch, sich ganz zu schenken...
(Bitte seien Sie achtsam gegenüber Radikalismen, manchmal ist ein schmerzhafter Schnitt lebensnotwendig, damit weitere Zerstörung vermieden wird - oft aber ist ein behutsames Vorgehen erfolgreicher und trägt mehr Frucht.)
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Bibel
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Abschluß
Abschluß wie täglich in dieser Woche, siehe am Sonntag
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