Karin Johne,
Meditationsanregungen zum Hebräerbrief


Hebr 06, 01- 08

Wachsen im Glauben

6:1 Darum wollen wir die Anfangsstufe der Lehre über Christus und uns der Vollkommenheit zuwenden,

 

„die Anfangsstufe… verlassen“

- Der Glaube will wachsen - vom Anfang der Lehre, dem „Fundament“ hin zu Vollkommenheit:

6:2 statt abermals das Fundament zu legen mit der Abkehr von toten Werken

„das Fundament“

- Ich nehme neu wahr meine Wurzel, die durch meinen bisherigen Dienst in Dich hineingewachsen ist - und lasse den Keim nach oben wachsen zum Tun Deines Willens im Nun…

und dem Glauben an Gott

„Glauben an Gott“

- Ich nehme neu wahr meine Wurzel, die im Glauben an Dich tief in Dir verwurzelt ist - - und lasse den Keim nach oben wachsen zum Glauben an Dich, den Unfassbaren…

mit der Lehre,

„mit der Lehre“

- Ich nehme neu wahr meine Wurzel, mit der ich zeitlebens das Glaubensgut in mich aufgenommen habe

- und lasse den Keim nach oben wachsen hin zu dem dunklen Glauben, der Bilder und Einsichten hinter sich lässt…

über Taufen

„Taufe“

- Ich nehme neu wahr meine Wurzel, die in Taufe und Tauferneuerung tief in Dich hinein gewachsen ist

- und lasse den Keim nach oben wachsen in die Gotteskindschaft meines alltäglichen Tuns und Lassens…

und Handauflegung,

„Handauflegung“

- Ich nehme neu wahr meine Wurzel, die im Erleben des sakramentalen Priestertums tief in Dich hineingewachsen ist -

- und lasse den Keim nach oben wachsen in das heilige Geschenk meines eigenen Priestertums des Daseins „für euch“…

Auferstehung der Toten

„Auferstehung“

- Ich nehme neu wahr meine Wurzel, die in der Hoffnung auf das ewige Leben tief in Dich hineingewachsen ist -

- und lasse den Keim nach oben wachsen in das heilige Geschenk des Erlebens jeder neuen kleinen Auferstehung im Nun der Alltagstode“…

und ewiges Gericht.

„ewiges Gericht“

- Ich nehme neu wahr meine Wurzel, die im Erschrecken vor der möglichen Gottferne tief in Dich hineingewachsen ist

- und lasse den Keim nach oben wachsen in das nicht zu unterdrückende Wissen hinein, dass es eine Verfehlung meiner Berufung gibt…

6:3 Ja, das wollen wir tun, sofern Gott es zulässt.

„sofern Gott es zulässt“

Bitte:

- Ich bitte um Dein Begleiten auf diesem Weg des Wachsens…

6:4 Es ist nämlich unmöglich, solche, die einmal erleuchtet worden sind und die himmlische Gabe verkostet haben, des Heiligen Geistes teilhaftig sind

6:5 und das herrliche Wort Gottes so wie die Kräfte der zukünftigen Welt verkostet haben

6:6 und dann dennoch abgefallen sind, wiederum zu neuer Umkehr zu bringen, da sie den Sohn Gottes für ihre Person abermals kreuzigen und zum öffentlichen Gespött machen.

6:7 Denn ein Ackerland, das den reichlich darauf niederströmenden Regen eingesogen hat und denen, um derentwillen es bebaut wird, wohlgeratenes Gewächs hervorbringt, erhält Segen von Gott.

6:8 Bringt es aber Dornen und Disteln hervor, so ist es verworfen und dem Fluche nahe, und sein Ende führt zum Verbrennen.

„…dennoch abgefallen…“

- Es geht darum, auch in der heutigen Zeit, in der wir  - wie selten zuvor -, auch in der kirchlichen Verkündigung die umfassende Liebe Gottes in den Mittelpunkt zu stellen versuchen, die Drohworte Jesu in den Evangelien nicht zu verdrängen.

Reinhold Schneider sagt:

„Die Heiligen sind die Gefährdeten“

Meister Eckehart sagt:

„Nun merket darauf, dass Gott spricht: "Moses, lass mich zürnen!" Ihr könntet da sagen: Warum zürnt Gott? - Um nichts anderes als um den Verlust unserer eigene Seligkeit, denn das Seine sucht er nicht; so leid ist es Gott, dass wir unserer Seligkeit zuwider handeln.“ (ME S.335)


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