6.4. Jesus Christus, Du Brot des Lebens,
nur von Dir kann ich mich in der Eucharistie verwandeln lassen

Hinführung:
Selten sind mir in der geistlichen Literatur Worte begegnet, die so tief vom Leib des Herrn sprechen wie bei Meister Eckehart. Allem voran stellt er die Botschaft, wie sehr es Gott danach verlangt, dass wir ihn empfangen in seinem Sakrament. Und das je öfter, desto besser! Denn hier geschieht, worum es Eckehart so leidenschaftlich geht: dass der Mensch in Gott verwandelt werde. Er kann sagen: "'Wir werden völlig in Gott transformiert und verwandelt' (2 Kor 3,18)... Ganz so, wie wenn im Sakramente Brot in unseres Herrn Leib verwandelt wird" (185,35ff). Und wer sich nicht würdig fühlt, des Herrn Leib zu empfangen? Gerade für den ist es wichtig, sich von dieser Speise zu nähren, sich so mit Gott zu vereinen: "Um so mehr bedarfst du's, dass du zu deinem Gott gehst! Denn in ihm wirst du entzündet und heiß, und in ihm allein verbunden und vereint" (83,27ff). In Gott ist Raum und Zeit aufgehoben im jeweils gegenwärtigen Nun. So kann ich in diesem Augenblick alles empfangen, was zeitlich oder räumlich weit entfernt ist. Und niemand, der nach dieser Speise begehrt, braucht darauf zu verzichten: "Dieses Empfangen und selige Genießen des Leibes unseres Herrn hängt nicht nur am äußeren Genus, sondern liegt auch im geistigen Genus mit begehrendem Gemüt und in andachtsvoller Einung. Dies kann der Mensch so vertrauensvoll empfangen, dass er reicher an Gnaden wird als irgendein Mensch auf Erden. Dies kann der Mensch tausendmal am Tag und öfter vollziehen, er sei, wo er wolle, ob krank oder gesund. Jedoch soll man sich wie zum Sakramentsempfang dazu bereiten... entsprechend der Stärke des Verlangens" (86.26ff).


Meditationswort:

Gott sagt: "Du verwandelst nicht mich in dich, sondern du wirst in mich verwandelt."
Biblische Grundlage:
"Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der bleibt in mir und ich in ihm" (Joh 6,56).
Wiederholungsgebet:
- Jesus Christus, du Brot des Lebens, der mich in Gott hinein verwandelt -
Kontemplation:
Ich rufe mir den letzten Empfang des heiligen Mahles in Erinnerung, mache mir die Wirklichkeit bewusst, die an mir geschehen ist und lasse mich davon bis hinein in alle meine Glieder durchdringen: "Du - in mir"...
Vollständiger Text - Weitere Textstellen:
"Sankt Augustinus graute es vor dieser Speise; da sprach eine Stimme zu ihm im Geiste: '...wachse und nimm zu und iss mich! Du verwandelst mich (aber) nicht in dich, sondern du wirst in mich verwandelt'" (246,34ff).

"Gestärkt durch seinen Leib, wird dein Leib erneuert. Denn wir sollen in ihn verwandelt und völlig mit ihm vereinigt werden (vgl. 2 Kor 3,18). so dass das Seine unser wird und alles Unsere sein... Nie ward so nahe Einung! Denn die Seele ist viel näher mit Gott vereint als Leib und Seele, die einen Menschen ausmachen" (84.3ff.85,3ff).

"Wer diese Speise mit Furcht empfängt, dem schmeckt sie niemals wirklich; man muss sie empfangen mit Liebe. Deshalb überwältigt eine gottliebende Seele Gott, so dass er sich ihr gänzlich geben muss" (247,25ff).


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